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So prachtvoll ist mein Künstlerleben

Unendlich oft werde ich gefragt, wie es denn bei mir so zugeht. Hier die Antwort! Ich habe einmal einen Tag aufgezeichnet:

Gerade ich als Dichter & Denker führe natürlich ein besonders bewegtes Leben, wie man sich trefflich vorstellen mag.

Der morgen etwa begann ganz wunderbar interessant. Nach der guten alten Sitte meiner Heimatstadt versteckte ich mich hinter einer Hecke und bewarf die ahnungslosen Passanten mit Wurst. Herrlich, schon nach wenigen Minuten verfolgte mich eine aufgebrachte Menge. Doch weil unser Tun zu oft nicht verstanden wir, kennen wir Künstler solche Situationen zuhauf und haben durch das dadurch bedingte Training natürlich außergewöhnlich fixe Beine. So entfloh ich diesem Erlebnis unbeschadet, während die Meute schnaufend und erfolglos nach mir suchte, um mir eine üble Abreibung zukommen zu lassen.

Ich ging heim, um den außergewöhnlichen Erfolg mit einigen Kräuterschnäpsen aus meinem neuerworbenen Totenkopfschnapsglas (siehe Foto) zu begießen. So wollte ich eigentlich bis zur vollkommenen Erschöpfung vorgehen. Doch mein Schrumpfkopf wurde eifersüchtig, dass ich dem Glas mit Boonekamp meine ganze Aufmerksamkeit schenke. Unentwegt versuchte er deshalb, dem anderen was mit einem Schlagstock überzuziehen (siehe Foto).

IMG_5193Puh, nach solchen Eifersüchteleien stand mir gar nicht der Kopf! Schnell sagte ich den beiden Streithähnen deshalb „Adieu“ und beschloss, der Welt meinen vorzüglichen Tropenhelm und mein zauberhaftes Drachenhemd zu präsentieren (siehe Foto).

IMG_5235Ei, die Menschen waren so entzückt, dass sie sogar mit Fingern auf mich zeigten!

Der Beifall ist doch immer noch der schönste Lohn des Künstlers! Doch weil man davon allein nicht leben kann, schrieb ich, inspiriert von meiner Kopfbedeckung, in einer zwielichtigen Bierschänke folgendes wunderbare Gedicht. Da sieht man doch gleich einmal exemplarisch, wie der Alltag in die Kunst einfließt, zu schön!

Rabenschwarz

Vom Frost betäubt
fiel winters ein Rabe
aus dem Himmel gen Erden.
Pirili, Pirili. Ach könnte ich doch
ein Tropenhelm sein.
Dann lebte ich in wärmeren Gefilden
und ein anderes Schicksal wäre mir
Gewiss gewesen.“, waren seine
letzten Gedanken.
Am Boden warteten schon die Krähen auf ihn.
Wie gut, dass er keiner von uns ist.“, frohlockten sie
und hackten ihm ein Auge aus.

Glücklich, ein so famoses Tagewerk vollbracht zu haben, ging ich in den nächsten Supermarkt und gab den Text dem Besitzer. Der war von der Lektüre so entzückt, dass er mich mit Unmengen Geld, Obst, Konserven, Trockenfleisch und einer ihm zu kurzen Hose beschenkte. Anschließend ließ er mich von seinem Diener sogar in seinem goldenen Rolls Royce nach Hause chauffieren. 

Dort angekommen, machte ich noch rasch eine alberne Aufnahme meiner Katze (siehe Foto), spielte eine Runde Hau den Lukas und schlüpfte dann ins Bett, beseelt von diesem kreativ so erfolgreichen Tag. IMG_2622

Natürlich trug ich meinen Spezial-Helm (siehe Foto), den wir Künstler ja eigentlich alle haben. Er macht mir beim Schlummern die prachtvollsten Ideen, so dass mir die Arbeit immer ganz mühelos und  wie von selbst von der Hand geht. IMG_5425

Ja, so herrlich, so einfach, so wunderbar ist das Künstlerleben tagaus, tagein. Schöner geht es nicht!

Kommentar (1) Schreibe einen Kommentar

  1. Lieber Norbert!
    In meinem nächsten Leben werde ich auch Künstlerin. Dann werde ich mal kackfrech vielen Menschen sagen, was ich wirklich von ihnen halte. Dann werde ich meine ganze Kreativität ausleben, nicht erst im Rentenalter. Dann werde ich hoffentlich nicht ständig Migräne haben und das Leben mit diesen Schmerzen unerträglich und zum Kotzen finden.
    Ich hoffe, dass es im Jenseits richtig geile Werkstätten gibt, wo man alles mal ausprobieren kann.
    Nicht Jammern Anne, tu was. Ich habe gerade Engel gebastelt. LG Anne

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